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Liebe Besucher und Besucherinnen meiner Webseite

Das Jahr 2020 war für uns alle eine besondere Herausforderung. Niemand hätte gedacht, dass wir uns mit einer Pandemie beschäftigen müssen. Und trotz oder gerade wegen der Beschränkungen war der Zusammenhalt in der Bevölkerung, unter Kollegen, Freunden und Verwandten selten größer. Ich danke Ihnen allen für Ihre Bereitschaft, mit uns an einem gemeinsamen Strang zu ziehen.

Nun wünsche ich Ihnen von ganzem Herzen für 2021 einen guten Start, Glück und Gesundheit!

Ihre
Barbara Ostmeier
Landtagsabgeordnete
CDU-Landtagsfraktion Schleswig-Holstein

Vertrauen für den organisierten Sport

Interview mit Barbara Ostmeier, MdL, 23.02.2021
Pinneberger Tageblatt und Uetersener Nachrichten

Die CDU-Landtagsabgeordnete Barbara Ostmeier spricht im Interview über Lockerungen für den Sport / Die Hetlingerin hat vor allem Kinder und Jugendliche im Blick
KREIS PINNEBERG Um die Kommunikationsprobleme, die es in den letzten Wochen zwischen dem Landessportverband Schleswig-Holstein und der Landesregierung gab, zu beheben, fanden an den vergangenen Tagen einige Gespräche statt. An diesen nahm auch Karsten Tiedemann, der als Geschäftsführer des Kreissportverbandes Pinneberg moniert hatte, dass die Lockerungen für den Sport nach den seit dem Herbst 2020 geltenden Corona-Beschränkungen im Perspektivplan des Landes nicht ausreichend berücksichtigt worden seien, teil. Ebenfalls involviert war die Landtagsabgeordnete Barbara Ostmeier (CDU), die Vorsitzende des Ausschusses Innen und Recht sowie Fachsprecherin für Migration, Justiz und Sport ist. Anschließend nahm sich Ostmeier,die in Hetlingen im Kreis Pinneberg lebt, Zeit für ein Interview.

Wie haben Sie die jüngsten Gespräche erlebt?
„Zunächst einmal finde ich es gut, dass es diesen Austausch auf Initiative von Innenministerin Sabine Sütterlin-Waack hin überhaupt gab. Natürlich herrschen überall dort, wo viele Menschen zusammenkommen, und somit auch im Sport erschwerte Bedingungen, Hygiene-Regeln umzusetzen – und im Kreis Pinneberg müssen wir den Ball aufgrund der hohen Inzidenzzahlen sowieso flachhalten. Aber der Breitensport ist meines Wissens nie irgendwo als ein Herd für Virusinfektionen aufgefallen. Deshalb finde ich es wichtig, die unheimlich guten Hygienekonzepte, die es im Sport schon im vergangenen Jahr gab, hervorzuheben. Außerdem sollten wir den Übungsleitern und Trainern vertrauen, dass sie ein Interesse daran haben, dass der Sport nicht krank macht, sondern dazu beiträgt, dass die Menschen in Bewegung kommen und fit, gesund sowie zufrieden bleiben.“

Wie geht es jetzt weiter?
„Ich habe gegenüber Innenministerin Sabine Sütterlin-Waack den Standpunkt vertreten, dass wir dem Sport mehr Gewicht und Vertrauen verleihen müssen – auch in den Beratungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den Ministerpräsidenten. Bei allem Respekt für Föderalismus wird es so sein, dass die Landesregierungen versuchen, natürlich unter Einbeziehung der Inzidenzzahlen, möglichst einheitliche Regeln aufzustellen. Deshalb sollte bei einer Konferenz der Sportminister ein gemeinsamer Nenner gefunden werden – auch, um unterschiedlichen Handhabungen einzelner Bundesländer, die etwa zum ‚Tennis-Tourismus‘ von Schleswig-Holstein nach Niedersachsen geführt haben, ein Ende zu setzen. Diese Position könnte beim nächsten Bund-Länder Treffen mit eingebunden werden, um den Sport in den Blickpunkt zu rücken.“

Was passiert, wenn der Sport auch beim nächsten Bund-Länder-Treffen keine Erwähnung findet?
„Dann würde der Sport abrutschen in die Rolle der schönsten Nebensache der Welt – was er aber nicht verdient hat. Die Sportler wollen ja gar keine Sonderrechte haben. Auch für vieleandereBereiche,etwadie Kultur, müssen Wege für Lockerungen aufgezeigt werden. Ich nehme einmal die Chorknaben Uetersen als Beispiel, da Singen ist auch sehr wichtig ist, um die Menschen aus der Corona-bedingten Isolation wieder zueinander zu führen. Deshalb sage ich: Der Sport will keine Sonderrolle gegenüber anderenBereichen– aber auch keine Benachteiligung, sondern eine Gleichstellung.“

Wo sehen Sie den dringlichsten Bedarf für Öffnungen?
„Wie Karsten Tiedemann, so liegt auch mir vor allem der Kinder- und Jugendsport am Herzen. Ab dem Zeitpunkt, an dem wir in den Schulen sowie den Kindertagesstätten einen Wechselbetrieb erlauben, sollten wir auch den Kinder- und Jugendsport wieder zulassen. Es ist wichtig, dass die Heranwachsenden wieder regelmäßig in Bewegung kommen – und das kann Schul-sowie Vereinssport nun einmal am besten: Dort gibt es kein unkontrolliertes Herumtollen, sondern Bewegung und Training mit klaren Regeln.“

In welchen Bereichen sollen die nächsten Schritte folgen?
„Ein weiterer Fokus muss auf das Erlernen des Schwimmens gelegt werden: Da haben wir mindestens ein Jahr verloren und es wachsen ja immer mehr Kinder heran, die auf Kurse warten. Es ist ein Schwerpunkt der Landesregierung, dass jedes Kind schwimmen lernen soll. Und obwohl dort schon viel gemacht worden ist, gibt es noch immer einen Sanierungsstau bei den Bädern, der uns jetzt zusätzlich zu schaffen macht. Deshalb müssen wir, sobald wir Öffnungen zulassen, auch die Schwimm-Ausbildung vorantreiben.“

Wie sieht es mit dem Amateur- und Breitensport für Erwachsene aus??
„Ab dem 1.März dürfen Sportart angebote ohne Kontakt, zu denen neben vielen anderen Sportarten unter anderem auch Golf sowie Tennis zählen, in Schleswig-Holstein alleine, zu zweit und mit Personen aus dem eigenen Haushalt wieder ausgeübt werden. Nun gilt es auszuarbeiten, wie genau die Regelungen sein sollen. Wir haben aus Fehlern der Vergangenheit, als missverständliche Formulierungen Platz für Schlupflöcher und Irritationen boten, gelernt. Deshalb wird die neue Verordnung nun exakt ausgearbeitet.“

Wie ist es um die Mannschaftssportarten bestellt?
„Sie werden perspektivisch höchstens trainieren können, wenn sie sich auf kontaktfreie Übungseinheiten einlassen. Das heißt, dass beispielsweise beim Fußball nicht gefoult, gegrätscht und um den Ball gerangelt werden darf. Unstrittig ist, dass die Team-Sportler nicht als erstes an der Reihe sein können, wenn es um Öffnungen geht. Aber auch hier kann der Sport eine Vorbildfunktion einnehmen für so viele andere Bereiche.“

Im Bereich des Hamburger Fußball-Verbandes wird am 4. März wohl der Abbruch der Saison 2020/2021 beschlossen. Dagegen hofft Schleswig-Holsteins Fußball-Verband auf eine Fortsetzung der Serie. Müssen Sie den SHFV umgrätschen?
„Ich möchte in niemanden hineingrätschen und auch den Fußballern nicht jede Hoffnung nehmen. Niemand kann vorhersehen,wie sich die Inzidenzzahlen entwickeln und wann weitere Lockerungen möglichseinkönnten.Wichtig ist die Klärung der Frage, ob die Fußballer sich darauf einlassen, erst einmal nur kontaktfrei zu trainieren. So oder so werden wir nicht umhinkommen, alleweiteren Lockerungen an kein Datum zu knüpfen, sondern an den Inzidenzzahlen festzumachen.“

Kann es sein, dass einige Politiker angesichts der Sorge vor Corona-Infektionen keinen Blick mehr für die Kollateralschäden haben?
„Als Abgeordnete habe ich schon den Eindruck, dass das Hauptaugenmerk darauf liegt, wie hoch das Infektionsrisiko ist. Mir fehlt da in der Tat eine offene Debatte über die Folge und Kollateralschäden, denn hier gibt es gerade im Sport eine bedenkliche Entwicklung. Neben den finanziellen Problemen und Mitgliederrückgängen habe ich die große Sorge, dass die Vereine eventuell nicht alle bisherigen Ehrenamtler wiedergewinnen können. Darüber müsste, unter Einbeziehung aller gesundheitlichen Probleme sowie Risiken, offen diskutiert und abgewogen werden. Im Innen- und Rechtsausschuss gibtes im März eine Anhörung zum Thema ‚Sport unter Corona-Bedingungen‘. Diese Runde soll einberufen werden, um unter Einbeziehung von Experten aus allen Bereichen in respektvollen Gesprächen Probleme und Lösungen aufzuzeigen. Ich verspreche mir davon, das Vertrauen in den organisierten Sport zu stärken und den Sportlern zu zeigen, dass wir sie auf der Agenda haben. Ich hoffe, dass wir mutig sind und unter Hervorhebung einzelner Handlungsfelder dem Sport in Schleswig-Holstein eine angemessene Perspektive bieten.“